Auf den Schultern von Riesen: James Salter übers Schreiben

Auf den Schultern von Riesen: James Salter übers Schreiben

Irgendwann wird einem klar,
dass alles ein Traum ist
und nur geschriebene Dinge
die Möglichkeit haben, wirklich zu sein
[Alles was ist; James Salter]

Das Epitaph aus Salters letztem Buch kondensiert auf vier Zeilen den Wunsch zu schreiben und erklärt zugleich, wie das Leben ist, aus dem Autoren schöpfen – nämlich auch nur eine Vorstellung ein verworrenes Geschehen, in dem man manchmal agiert und manchmal zusieht. Aber wenn man es schreibt, wird es wirklich, echt, ist passiert. Und deshalb müssen manche Menschen Bücher schreiben – und weil sie berühmt sein wollen und beliebt – wie Salter unumwunden zugibt.

An meiner Wand hängt ein Zettel mit einer Szene aus einem Wim Wenders Film. Darauf schreibt eine Figur aus „Stand der Dinge“ die Worte: „Stories only exist in stories (whereas life goes by without the need to turn into story)“. Das ist Salters Gedanke mit anderem Schwerpunkt: darin der Wunsch, dem Leben, diesem riesigen “Müllhaufen der eigenen Erinnerungen”, wie Salter es nennt, Geschichten abzuringen. Und genau das hat Salter getan.

(mehr …)

Künstlerlandverschickung – unterwegs als Regionalschreiber Sauerland

Künstlerlandverschickung – unterwegs als Regionalschreiber Sauerland

Schreiben kann man auf vielerlei Weise. Unter Druck, unter Alkohol, ohne Ziel und sehr suchend, mit Plan und Deadline. Man kann für die Schublade, für die Nachwelt oder das Geld schreiben, zur Selbsttherapie, zur Freude oder zur Freude aller. Man kann schreiben, weil man muss, oder weil man’s etwas kann, weil man’s möchte oder weil man es darf. Die Modalverb-Schreibgründe (muss, kann, will, darf) stecken in meinen Beiträgen, die gerade für stadt.land.text entstehen.

NRW Kulturministerium bezaht’s
Das Kultusministerium NRW finanziert in diesem Jahr zehn Stipendiaten für vier Monate einen Aufenthalt in einer der zehn „Kulturregionen“ des Landes. In einer davon, dem Sauerland (genauer dem HSK, dem Hochsauerlandkreis) bin ich gelandet. Ein schönes Fleckchen Erde mit Bergen, Seen, Wäldern und wenig Leuten – so wie ich es oft im Urlaub mag. Aber jetzt ist das auch Arbeit. Für Perfektion fehlt noch das Meer. Und eine richtig große Stadt. Dann könnt ich hier leben. Aber das wär dann nicht Sauerland, sondern,,, vielleicht Kanada? Und genau darum geht es.
Wir Stipendiaten bekommen Geld und Wohnung und ansonsten ganz viel Raum und Zeit und Freiheit, zu Schreiben. Von hier, über hier. Was, worüber genau, in welchem Stil, wie oft, mit welchem Ziel – alles offen. Das Ganze ist in dieser Form ohnehin Pilotprojekt. Es wurde über ganz NRW gestülpt, nachdem es einige Jahre in der Region Aachen gut gelaufen ist. Wir sind also schreibende Versuchkaninchen (mit eigensinnigen Charakteren und wie es scheint Selbstbewusstsein) mitten in einem Regierungswechsel in NRW und einer paradoxen Zeit, die die Premierministerin von Großbritannien mit global-lokal zu umreißen versuchte – “Global Britain” – dehalb schreibe ich also irgendwie über Global Sauerland.

Was schreibst du?
Warum jetzt zehn Stipendien? Weil die Regionale Kulturpolitik (die vor allem eine Verwaltungsgeschichte hat) 20 Jahre alt wird. Regionale Kulturpolitik bedeutet oft nicht Oper, Theater und internationale Museums-Ausstellungen, sondern Kleinkunst und Kultur gemacht und organisiert (und unterstützt von Regionalen Kulturbüros) von den Leuten, die hier wohnen. Es gibt Festivals, Laienbühnen, Liebhabermuseen, Heimatvereine, Musikveranstaltungen, Draußen-Aktivtäten mit kulturellem Flair, Alltagskultur, Essen, Trinken, Denken. So jedenfalls begreife ich mein Arbeitsfeld und das unterstützt die Landesregierung. In der hübschen Broschüre zur RKP heißt es: “Das Programm will die zehn Kulturregionen dabei unterstützen, sich auch im zusammenwachsenden (ja?) Europa zu profilieren und ihre Attraktivität und Identität nach innen und außen zu stärken.” Was man in so Broschüren eben schreibt. Danach kommen noch die Worte “Intensivierung” und “Netzwerk” und und “Ressourcen bündeln” vor.

Offen schreiben aber viel zeigen
stadt.land.text ist also ein Schreibstipendium, für das wir uns mit Texten und Konzept bewerben mussten, das in seiner Zielsetzung aber sehr offen ist – obwohl das Ministerium in seiner Broschüre schon Ziele hat. So diffus dieser Kulturpolitiksprech auch ist. Was – im Guten finde ich – über allem schwebt, ist die Idee, die immer gleich erzählte Geschichte einer Region, durch uns ein wenig anders oder neu oder aus fremder Sicht erzählen zu lassen. Damit man diese Geschichte besser oder anders sehen kann. Oder überprüfen, umarbeiten oder doch stolz drauf sein.

Es soll explizit mal nicht um Tourismus oder Marketing gehen. Sondern um Stadt und Land und Kultur und Mensch, wie wir sie erleben. Wir, das heißt zehn Region-Fremde und Kurzzeit-Zugezogene. Beim Schauen, gehen, fahren und sprechen ein paar Schlaglichter schaffen. Überraschungen, Sackgassen und Serendipity Funde inklusive – längst Bekanntes und Abseitiges nebeneinander.

Fresh Blick
Ob die Sauerländer nach vier Monaten meiner doch recht punktuellen Berichterstattung und subjektiven Wahrnehmung ihre Region (ganz) anders sehen, oder Leute, die noch hier waren, deshalb her kommen  – nun, ich glaube nicht. Aber: Steter Tropfen…. usw.
Ich habe allerdings schonmal an einem schönen Regionalschreib-Kultur-Magazin mitgewirkt, Labkultur hieß das (zuerst 2010lab) Blog, hatte 2010 bis 2012 viel (richtig viel) Geld und Autoren und Redakteure und CvD und Blickwinkel und Ansätze und Kameras und und und. Heraus kam ein Kaleidoskop, auch qualitativ vielflältig – ganz wie die Region Ruhrgebiet, für die es gemacht war. Heute ist Förderung längst abgelaufen, Labkultur ist ausgeknipst, unter dem Namen kann man in China Taschen kaufen jetzt. All die MIllionen, die in Beiträge und Filme und Personal fürs Ruhrgebiet investiert wurden sind futsch – und ob es was gebracht hat, nun da gibt es unterschiedliche Meinungen, je nachdem ob man bei ecce oder den Ruhrbaronen nachfragt.. Ich glaube ja, es hat etwas gebracht und auch stadt.land.text kann was bewirken. Im Kleinen. Und auf Dauer vielleicht, in jedem Fall für die Beteiligten. Kunst soll ja nicht die Welt heilen, sondern sie soll sein Und hier kann sie halt auch mal sein.

Denn von wegen steter Tropfen: Köpfe und Vorstellungen der Menschen von ihrer Heimat sind wirklich ein bisschen wie Steine (die ewige Ruhrpottstory ist z.B. Kohle, Stahl, Bier, Wurst und Fußball (gähn)). Diese Steine durch Texte zu kühlen oder erhitzen, rutschiger oder farbiger zu machen und den Blick auf den eigenen Alltag, die so-gut-wie-die-eigene-Westentasche-Gegend minimal zu verändern, das wäre schon ein Erfolg.
Ansonsten werden wir ein paar sehr unterschiedliche, neugierige, schreibende Leute gewesen sein, die viel gesehen, nachgedacht und geschrieben haben. Was doch auch toll klingt und meiner Ansicht nach jede Förderung rechtfertigt – auch wenn so viele erstmal ihre Straßen repariert haben wollen. Auch so ein Thema.

In fremden Zungen – Warum nicht mal in Fremdsprache schreiben?

In fremden Zungen – Warum nicht mal in Fremdsprache schreiben?

Das hübsche Blog EPITEXT zum Internationalen Literaturpreis “Preis für übersetzte Gegenwartsliteraturen” hat sich die Mühe gemacht, einige Autoren zu recherchieren, die NICHT in ihrer Muttersprache geschrieben haben. Darunter sind Größen wie Nabokov und Beckett, aber auch Nicht-Giganten, also heute noch arbeitende, spannende Autoren wie Abbas Khider oder Chinua Achebe.

Vergessen – und doch nicht – wurde Haruki Murakami, der seine ersten Geschichten in Englisch schrieb und dann in seine Muttersprache Japanisch zurückübersetze. So entstand bei ihm dieser ganz eigene Murakami-Sound. Sagt er selbst.
Sicher ist jedenfalls, dass die Sprache, die wir als Kind lernen, die uns umgibt in der Familie Einfluss auf die Selbstwahrnehmung, die Stimme, die Gestik und Mimik, ja auf ganze Teile der Persönlichkeit nimmt. Das wird jeder bestätigen, der Zweisprachig aufgewachsen ist und an sich eine Verwandlung erlebt, wenn er in der einen oder anderen Sprache spricht oder Streit ausfechtet oder Liebesschwüre singt.

Themen, Humor, Körpergefühl, ja der Blick auf die Welt (und ihre Beschreibung) hängt von der Sprache ab, die man dabei verwendet. Welche Rolle die Sprache spielt, kann man vielleicht erahnen, wenn man sich vorstellt, wie man über sein Leben, seine Gefühle und Visionen berichten würde, wenn man sich dabei einer anderen Sprache bedienen müsste. Länger oder kürzer, präziser oder unpräziser, ehrlicher oder unehrlicher, verhalten oder begeistert?
Wie nimmt sich wohl jemand wahr (und wie wird er oder sie wahrgenommen) wenn man eine Psychotherapie in einer Fremdsprache absolviert? Welche Bereiche der fremden Sprache würde man zum Schreiben zuerst lernen müssen, um sich und seine Welt zu (be)schreiben?

Hier jedenfalls berichten die Autoren von der Berfreiung und dem großen Zugewinn für ihr Schreiben, die die Verwendung einer anderen als ihrer Muttersprache brachte. Und ich selbst kann sagen, dass eine meiner Kurzgeschichten, auf Englisch verfasst und dann zurückübersetzt Murakami-Style tatsächlich anders, besonders eigen klingt. Gut anders und eigen. Insofern gilt auch hier: Wenn es dem Text dient, ist alles erlaubt!

10 Gründe, nicht in der Muttersprache zu schreiben

Auf den Schultern von Riesen – Schreiben mit Stephen King

Auf den Schultern von Riesen – Schreiben mit Stephen King

Eine Autobiografie, ein Werkstattbericht, ein Ratgeber – und liest sich wie ein Roman vom King. Im Lebenslauf schildert Erinnerungen und Momente, die für King seinen Weg zum Autor ebneten. Lässig erzählt er von einem jungen Mann mit Ambitionen und Sitzfleisch – aus dem sich durch viele Jahre üben der Autor herausschält,

3 simple Regeln des Schreibens
King erzählt nach diesem Durchbruch über die Methoden und Mittel, die für ihn in nun seit über 50 Jahren Schreiben funktionieren: Die Formel ist einfach und für jeden machbar:

  1. Viel lesen
  2. viel schreiben.
  3. Und dann noch ein paar sprachliche Hinweise beachten: Adverbien hassen, Passiv lassen und ansonsten die rhetorischen und grammatikalischen Regeln befolgen – solang man nicht sicher ist, dass man es gut macht.

Ab da darf man auch ein bisschen mehr spielen. King erzählt ein paar Seiten lang etwas über gute Beschreibungen und ihren dosierten Einsatz. Er zeigt gute und sehr schlechte Dialoge und warum es beides gibt. Überhaupt: Als Profi könne man auch von schlechten Büchern viel lernen – allerdings sei er zu alt heute, um sich seine Zeit von schlechten Büchern stehlen zu lassen. Da reicht ihm manchmal schon ein schiefes Bild oder eine lächerliche Metapher, um das Buch wegzulegen.

„Gutes Schreiben hat viel damit zu tun Angst und Affektiertheit abzulegen. Affektiertheit selbst, angefangen mit dem Bedürfnis einige Scheibstile als gut andere als schlecht einzustufen, ist angstbesetztes Verhalten. Gutes Schreiben bedeutet auch, die Werkzeuge, mit denen man arbeiten möchte, überlegt auszuwählen“

King hat ja seit Beginn seiner Karriere zu hören bekommen, er würde gar keine Literatur machen. Wer das glaubt, soll weiter seine unverständlichen Bücher ohne Dialoge und Handlung über Bachläufe oder heilige Küsse und erzene Ehen schreiben.

Hier ist ein amerikanischer Erzähler am Werk, der unterhalten will, dem es nicht zuerst um ein Thema geht, nicht um den Plot, sondern um spannende, treibende Figuren. Und auch um Sprache – auch wenn diese nicht klingt wie bei Cormac McCarthy oder Delillo. Er will eine Geschichte erzählen, so gut, so kompakt, so genau und fließend, dass der Leser …“vergisst, dass er überhaupt eine Geschichte liest“. Und das gelingt dem Mann sogar bei diesem Sachbuch. Seine Methode: Ins Zimmer gehen und jeden Tag (jeden!) erst wieder aufstehen, wenn 2000 Worte geschrieben sind.

„Inspiration existiert – aber sie muss dich arbeitend vorfinden” (Pablo Picasso)

Die Magie

Das Leben und das Schreiben von Stephen King

Und dann gelingt es King inmitten dieser protestantischen Arbeitshaltung die Magie zu beschreiben, die dem „Schaffen“ und Erfinden innewohnt: der Flow, also dass sich eine Geschichte selbst schreibt, Figuren anfangen zu leben und auch für den Autor überraschende Dinge sagen, machen und wollen.Er sagt, dass es am Ende immer die Figuren selbst sind, die die Handlung verändern, und nicht die Handlung die Figuren.

Im Kapitel „Über das Schreiben“ bewegt sich King eine Ebene höher, raus aus der Werkstatt mit Grammatik, Rhetorik und korrektem Satzbau. Zum Beispiel erzählt er darüber, wenn man als angehender Autor ein Buch liest und denkt, „Zur Hölle, das könnte ich besser.“ Das ist ein wichtiger Moment, weil man zugleich die Erfahrung und das Selbstvertrauen hat, es auch zu tun.

Und dann auch wieder seine Maxime: lesen, viel lesen, immer lesen. Ein Autor braucht Zeit, Zeit zum Lesen und noch viel mehr Zeit zum Schreiben. Und wenn er oder sie nicht allein lebt, gibt es auch noch Familie und Freunde. Fernsehen? Wann denn? Dafür war er eine ganze Weile seines Lebens (und hat dabei einiger seiner besten Romane geschrieben) Alkoholiker und drogenabhängig. Auch das erzählt er mit Blick aufs Schreiben und vor allem sein Leben. Mehr von King auf seiner Webseite.

Tür zu, Tür auf
Wo man schreibt, sollte man gern sein und gut sitzen und dann einfach los. Egal ob neben der Heizung im Keller, in einem Gartenhaus, im Arbeitszimmer oder nachts am Küchentisch. Alleinsein, die Welt aussperren (die Tür schließen, nennt King das, und dazu muss man auch gewillt sein) ist essentiell, denn als Autor will man eine Welt schaffen, also muss die andere eine Weile draußen bleiben.

Und dann nur noch vom langweiligen Vernunftdenken des Alltags lösen und los… Er schlägt für den Anfang vor 1000 Worte am Tag und immer weiter, solang die Geschichte heiß ist. Dann überarbeiten (und um mindestens 10% kürzen) und Tür auf, zum Lesen geben, und wieder überarbeiten. So lang, bis es fertig ist. Wann das ist, lernt man mit den Jahren.

King berichtet aus der eigenen Werkstatt, erzählt wie die Idee zu Carrie entstand oder zu The Last Stand oder weiteren Klassikern. Er zeigt am Ende des Buchs seine Überarbeitungen und belegt damit, was er vorher in Theorie geschildert hat: sprachliche Regeln, Dialoge, Klarheit, 10% kürzen. Es gibt Exkurse zu Agenten, den idealen Erst-Lesern und dem Umgang mit Kritik. Es gibt eine fiktive Biografie eines jungen aufstrebenden Autors – und wie es gelingen oder schief gehen kann.

Schreibseminare
Schreibseminare und was man lernen kann: Ihm graut es (ja, dem King of Horror!) vor den typischen Diskussionen in diesen Kursen: „Mir gefällt die Atmosphäre in Peters Geschichte, sie hat so etwas… so ein Gefühl von.. so etwas Liebevolles. Keine Ahnung..“ Wem sollen solche Aussagen zu einem Text etwas bringen? Zu selten gehe es um Sprache und Erzählstruktur, zu oft um Gefühle und Atmosphäre.
Und wenn der Kurs nicht von einem „nickenden lächelnden, feierlich gedankenverloren blickenden Schwachkopf“ geleitet wird und die Gespräche über die Texte nicht nur intellektuell anregend, sondern für den Autor und sein Schreiben nutzlich sind, dann kann so ein Seminar sinnvoll sein. King glaubt aber, dass der “Erklärungsdruck” in diesen Seminaren, die kreative Energie in die falschen Kanäle lenke.

Das Buch endet mit der Erzählung von Kings Unfall 1999, der ihn fast getötet hätte. Das vorliegende Buch wurde aus dem Schmerz geboren. Er hat sich zurück ins Leben geschrieben. ALLES, was er zuvor als Werkzeugkasten und Über das Schreiben geschildert hat, lässt er in dies Abschluss-Geschichte über sich selbst fließen zu lassen – sein Leben, aber so real wie Kings Romane..

Kreation & Depression – Kreative als Selbstmordkommando

Kreation & Depression – Kreative als Selbstmordkommando

Das Buch Menke/Rebentisch (Hrsg.): Kreation und Depression – Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus ist ein Sammelband über die Frage, wie arbeiten wir heute, oder genauer: wie lässt uns der Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Form arbeiten, besonders in den so genannten kreativen Berufen (und damit sind eigentlich selten Künstler gemeint). Kreativwirtschaft, oder wie es zwei Autoren nennen: „la cité par project“, das sind die die Projektritter in Wissenschaft und Kultur, die Netzwerker vor dem Herrn und Zeitverträgler dieser Welt. Sie sind die Speerspitze der Flexibilät und Bewahrer der kapitalistischen Dynamik.

Allem voran haben die Herausgeber (natürlich) den Franzosen Deleuze gestellt, der mit granatenhaften Sätzen auf das Kommende einstimmt. So z.B. diesen: „Man bringt uns bei, dass Unternehmen eine Seele haben – was wirklich die größte Schreckensmeldung der Welt ist.“ Sehr schön. Aber wie man dann weiter liest, ist es noch viel schlimmer!

(mehr …)

Warum und wie wird einer Schrifsteller? – Haruki Murakamis Buch “Von Beruf Schriftsteller”

Warum und wie wird einer Schrifsteller? – Haruki Murakamis Buch “Von Beruf Schriftsteller”

Dieses Buch ist die Selbstauskunft eines Autors, der ansonsten kaum öffentlich auftritt und sich selbst einem rigiden System aus Schreiben und Laufen unterworfen hat. Schon sein Buch „Wovon ich spreche, wenn ich vom Laufen spreche“ (Titel eine Anlehnung an ein Buch des von Murakami hochverehrten Raymond Carver), erzählte er vom Aufstehen um 5 Uhr morgens, dann Schreiben, dann Sport und der Rest des Tages mit dies und jenem verbringen und früh ins Bett. Anders will er nicht leben, anders kann er nicht schreiben. Aber warum schreibt er, was findet er schreibenswert, wie findet er seine Ideen, was hält er von anderen Autoren und wer sollte überhaupt Schriftsteller werden? Davon erfährt man ein wenig, aber nicht so viel, wie mancher vielleicht erwarten mag. Es ist ein Buch für Schreibende und Hardcore Fans.

(mehr …)